Veröffentlichungen zum Thema Abfallvermeidung
Folgende Beiträge wurden im SBB Forum zum Thema Abfallvermeidung veröffentlicht.
SBB-FORUM I-2005
Das A und O der Entsorgung von BausonderabfällenGroßes Interesse an unserer Informationsveranstaltung zur Entsorgung von Bausonderabfällen
Bei der Entsorgung von Bauabfällen sind eine Reihe von Faktoren von Bedeutung, die bei der Entsorgung von Produktionsabfällen oder bei Beräumungen weniger wichtig sind: Die Entsorgung muss zeitlich mit der Bauplanung bzw. dem Bauablauf abgestimmt sein. In der Regel sind sehr große Mengen zu entsorgen. Und nicht zu vergessen: Oft stehen Bauherr und Baufirma äußerst überrascht am Rande einer Baugrube und blicken auf jahrzehntealte Kontaminationen, von denen vorher keiner etwas wusste und die nun eiligst entsorgt werden müssen.
Um diese Zusammenhänge auch Betroffenen, die (noch) nicht so tief in die Materie eingedrungen sind, einmal im Überblick darzustellen, lud die SBB am 1.12.2004 zu einer Info-Veranstaltung mit dem Thema "Das A und O der Entsorgung von Bausonderabfällen" ein. Aufgrund der sehr großen Nachfrage wurde die Veranstaltung am 1.2.2005 noch einmal wiederholt. Unser Ziel war es, über die Grundlagen der Entsorgung besonders überwachungsbedürftiger Bauabfälle zu informieren und unseren Kunden damit zu helfen, ihre Probleme künftig schneller und reibungsloser zu lösen. Dazu konnten wir Referenten gewinnen, die sehr anschaulich über die jeweilige Problematik aus ihrer alltäglichen Arbeit heraus berichteten.
Den Anfang machte Dr. Götz Hirschberg von der GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH, Berlin. In seinem Vortrag verdeutlichte er, dass man bei einer Rückbau- oder Sanierungsmaßnahme die absolute Menge des anfallenden Abfalls zwar häufig kaum reduzieren kann. Durch eine geeignete und rechtzeitige historische Recherche und weiterführende Untersuchungen bei Altlastenverdacht ist es jedoch oftmals möglich, die kontaminierten Bestandteile separat zu erfassen und so die Abfallkosten deutlich zu reduzieren und den Bauverlauf störungsfreier zu gestalten. Ist der Aushub von Boden notwendig, spielt auch die Auswahl der richtigen Probenahmetechnik eine wichtige Rolle, um aussagefähige Ergebnisse zu erhalten und um die belasteten Bereiche gesondert erfassen zu können.
Auf die große Bedeutung einer ausreichenden Vorerkundung wies auch Birgit Samland von der Umweltschutz Ost GmbH, Berlin, in Ihrem Vortrag über Ausschreibung und Vertragsgestaltung hin. Nur wenn bekannt ist, mit welchen Abfällen in welcher Form und in welchen Mengen bei der Baumaßnahme zu rechnen ist, ist eine korrekte Leistungsbeschreibung möglich. Frau Samland riet den Zuhörern, sich bei der Vertragsgestaltung auf die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) zu beziehen und dies explizit im Vertrag zu fixieren, da sonst das deutlich kompliziertere BGB zur Geltung käme.
Ausführlich ging die Referentin auf die einzelnen Bestandteile eines gut gestalteten Vertrages ein und machte anhand von Beispielen deutlich, welche Regelungen getroffen werden sollten. Die Empfehlung, bei der Auswahl des Entsorgungsunternehmens auf einen Entsorgungsfachbetrieb zurückzugreifen, verband sie mit dem notwendigen Hinweis darauf zu prüfen, ob das Zertifikat auch gültig ist und die entsprechenden Leistungen und Abfallschlüssel zertifiziert sind.
Als Vertreter einer solchen geeigneten Entsorgungsanlage gab Uwe Slopianka von der afu GmbH den Teilnehmern zu Beginn seines Vortrags einen Überblick über mögliche Entsorgungswege für Boden und Bauschutt und die entsprechenden Anlagentypen Mikrobiologie, Wäsche und Thermik. Er machte deutlich, dass jede Anlage ihre spezifischen Annahmebedingungen habe, die sich aus der jeweiligen Technik ergeben. Nicht zuletzt anhand der plastischen Beispiele wurde erkennbar, wie wichtig es ist, dem Anlagenbetreiber alle vorhandenen Informationen über den Abfall zur Verfügung zu stellen, um die Behandlungsmöglichkeiten beurteilen zu können und eine optimale Preisgestaltung zu gewährleisten. Gegen mögliche Risiken durch mangelnde Kenntnisse über die Beschaffenheit des Abfalls sichern sich die Anlagenbetreiber in der Regel mit entsprechenden Preisaufschlägen ab. Bei Unklarheiten sollte immer das Gespräch mit dem Entsorger gesucht und gegebenenfalls ein Ortstermin vereinbart werden.
Der Hinweis von Herrn Slopianka auf das Dienstleistungsangebot der meisten Entsorgungsunternehmen, die Vorbereitung der Nachweisunterlagen für die Abfallerzeuger zu übernehmen, leitete direkt zum Thema von Dagmar Pekow (SBB) über, die den Zuhörern einen Überblick über die verschiedenen Formen des Nachweisverfahrens gab und die Abgrenzung gegen das Andienungsverfahren verdeutlichte. Frau Pekow zeigte, wie die notwendigen Formulare von der Internetseite der SBB (www.sbb-mbh.de) auf den eigenen Rechner geladen und ausgefüllt werden können. Besonderes Augenmerk lenkte sie auf die Erzeugernummer und die korrekte Firmierung, die für die weitere Bearbeitung mit den behördlichen Stammdaten übereinstimmen muss.
Abschließend stellte Dr. Volker Döring von der SBB geeignete Entsorgungswege für die üblichen Bausonderabfälle wie Asbest, künstliche Mineralfasern, Teerpappe, Altholz, Boden und Bauschutt vor. Am Beispiel von Boden/Bauschutt ging er nochmals gesondert auf die erforderliche Analytik und die Anforderungen an die Probenahmeverfahren ein, die sich für diesen Bereich an der LAGA PN 98 orientieren. Wie schon Herr Slopianka betonte er die Notwendigkeit, alle vorhandenen Informationen über den Abfall zu erhalten, um die Gründe für den geplanten Entsorgungsweg nachvollziehen und den Vorgang verzögerungsfrei bearbeiten zu können.
Alle Unterlagen zu den Vorträgen finden Sie hier zum Download.
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung der Kontaktadressen zu den Referenten.
Referenten der Veranstaltung
Dr. Götz Hirschberg
GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH
Dudenstraße 78
10965 Berlin
Tel.: (030) 78 90 89 - 0
Fax: (030) 78 90 89 - 89
Internet: www.gudconsult.de
E-Mail: geo@gudconsult.de
Birgit Samland
Umweltschutz Ost GmbH
Grünauer Str. 210-216
12557 Berlin
Tel.: (030) 65 81 11 7-3
Fax: (030) 65 81 11 7-5
Uwe Slopianka
afu GmbH
Wackenbergstr. 84-88
13156 Berlin
Tel.: (030) 47 51 49-0
Fax: (030) 47 51 49-76
E-Mail: afu-berlin@t-online.de
Dagmar Pekow | Dr. Volker Döring
SBB Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin mbH
Berliner Str. 27a
14467 Potsdam
Tel.: (0331) 27 93-0
Fax: (0331) 27 93 20
E-Mail: info@sbb-mbh.de
Internet: www.sbb-mbh.de
Weitere Informationen erhalten Sie bei Herrn Dr. Jancke unter Tel. (0331) 27 93 44,
E-Mail:veranstaltung@sbb-mbh.de