Veröffentlichungen zum Thema Abfallvermeidung
Folgende Beiträge wurden im SBB Forum zum Thema Abfallvermeidung veröffentlicht.
SBB-FORUM II-2001
Abfallvermeidung: Info-Kampagne für Zahnärzte zum Thema SonderabfallAbfall vermeiden • Umwelt schonen • Kosten sparen - Das Beratungs- und Informationsangebot der SBB
Den meisten Menschen ist der Gedanke an den Zahnarzt vermutlich eher unangenehm. Die Ursache dafür wird allerdings kaum darin zu finden sein, dass in den Praxen besonders überwachungsbedürftige Abfälle anfallen. Zweifellos sind die vom einzelnen Zahnarzt erzeugten Mengen auch recht gering. Die Amalgamabfälle und die Fotochemikalien, die beiden bedeutendsten Sonderabfallgruppen in diesem Zusammenhang, lassen sich in einer durchschnittlichen Praxis pro Jahr auf eine Größenordnung zwischen 20 und 100 Kilogramm aufsummieren.
Trotzdem sollte man diese Abfälle nicht als unbedeutend vernachlässigen. Da Amalgam Quecksilber enthält, stellen dessen Rückstände eine hohe Gefährdung für die Umwelt dar. Quecksilber ist giftig beim Einatmen, und es besteht die Gefahr kumulativer Wirkungen. Bereits in kleinen Mengen ist Quecksilber Umwelt gefährdend, u.a. biologisch schlecht abbaubar, zur Bioakkumulation neigend und stark Wasser gefährdend. Schon beim Auslaufen geringster Mengen in den Untergrund ist eine Trinkwassergefährdung gegeben. Bereits heute stellt Amalgam aus Zahnfüllungen eine der Haupteintragsquellen für Quecksilber in die Umwelt dar.
Zudem muss man bedenken, dass die einzelnen Kleinmengen in der Summe dennoch einen bedeutenden Abfallstrom bilden. Bei etwa 3.800 Zahnärzten in Berlin und ca. 1.670 praktizierenden Kollegen in Brandenburg wird die Dimension, um die es geht, schnell deutlich. Ansatzpunkte zur Verminderung der Abfallmengen finden sich vor allem bei der Auswahl und dem Betrieb der eingesetzten Geräte. Bezogen auf Amalgam ist dies der Abscheider, der das Umwelt belastende Material aus dem Abwasser entfernt. Aber auch die sorgfältige Wahl der Mischkapselgröße hat Einfluss auf die zu entsorgende Menge quecksilberhaltiger Abfälle. Daneben ist der verstärkte Einsatz von Alternativfüllstoffen als eine Möglichkeit zu erwähnen, die immer stärker genutzt wird und letztlich der Umwelt auch belastende Abfälle erspart.
Auch hinsichtlich der Fotochemikalien gibt es verschiedene Optionen zur Reduktion. Zwar bestehen häufig auch bei der klassischen Röntgenfotografie mit Nassentwicklung noch Optimierungspotenziale. Der Trend geht jedoch eindeutig zur digitalen Technik (siehe Abb. II-3). Dieses Verfahren ist schnell, schonend und nahezu abfallfrei. Lediglich bei intraoralen Aufnahmen fallen kleine Plastikschutzhüllen an, die aus hygienischen Gründen notwendig sind.

Abb. II-3: Medien für digitale intraorale Röntgenaufnahmen
Die hier vorgestellten Anregungen werden zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer Informationen rund um Sonderabfälle in Zahnarztpraxen in einer kompakten, anschaulichen Broschüre zusammengefasst, die über die Zahnärztekammern von Berlin und Brandenburg allen praktizierenden Zahnmedizinern der Region kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus hat sich die Zahnärztekammer Berlin, angeregt durch die intensiven Gespräche mit der SBB, dazu entschlossen, den Umgang mit Sonderabfällen zu einem Schwerpunktthema bei der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Beratung zu machen. Dieses Angebot der Kammer, das mindestens eine umfassende Beratung vor Ort in der Praxis innerhalb von drei Jahren obligatorisch vorsieht, nehmen 90% der niedergelassenen Zahnärzte in Berlin wahr. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Informationen eine große Zahl von Betroffenen auch wirklich erreicht.
Für die Info-Kampagne, die gemeinsam mit dem büro für umwelt- und sanierungsberatung (b.u.s.) erarbeitet wurde, ist Herr Dr. Jancke verantwortlich. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema oder zur Vermeidung von Sonderabfällen allgemein haben, können Sie sich gerne an ihn wenden. Sie erreichen Herrn Dr. Jancke unter Telefon (0331) 27 93 -44, Fax -20, oder schreiben Sie eine E-Mail an vermeidung@sbb-mbh.de