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Veröffentlichungen zum Thema Abfallvermeidung

Folgende Beiträge wurden im SBB Forum zum Thema Abfallvermeidung veröffentlicht.

SBB-FORUM III-2003
Großes Interesse an der in-situ-Sanierung
Informationsveranstaltung “Bodensanierung mit weniger Abfall” wird am 29. September wiederholt

Mit einer so großen Resonanz hatte niemand gerechnet: Über 180 Interessierte wollten sich zu unserer Seminarveranstaltung „Bodensanierung mit weniger Abfall“ anmelden, die am 23. Mai 2003 innovative Möglichkeiten der abfallarmen Sanierung von Boden und Grundwasser zum Inhalt hatte. Leider stand uns zu diesem Termin ein Ausweichsaal wie zum Beispiel das bereits mehrfach genutzte Hans-Otto-Theater nicht zur Verfügung. Trotz einer maximalen Ausstattung unseres Saales mit 100 Stühlen mussten wir leider erstmals zahlreichen Interessenten für eine Veranstaltung absagen. Auf großes Verständnis und Entgegenkommen stießen wir bei zahlreichen Firmen und Verwaltungen, auf Mehrfachanmeldungen zu verzichten und lediglich mit einer Person teilzunehmen. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Auf diese Weise war es uns möglich, die Informationen einem breit gestreuten Publikum zugänglich zu machen.

Die große Nachfrage nach dieser Veranstaltung zeigte uns, dass der Bedarf an Informationen zur in-situ-Sanierung von Boden und Grundwasser offensichtlich sehr groß ist und wir mit den angebotenen Themen die Bedürfnisse gut erkannt und getroffen haben.

Herr Dr. Weiß vom Fachgebiet Industrie- und Bergbaufolgelandschaften am Umweltforschungszentrum Leipzig/Halle (UFZ) stellte nach einem kurzen Überblick über moderne Grundwasserreinigungsverfahren ein ökologisches Großprojekt in Bitterfeld-Wolfen vor. Ursprünglich war in diesem Projekt geplant, mittels Palladiumkatalysatoren durch reduktive Hydrodehalogenierung halogenierte Kohlenwasserstoffe in-situ aus dem Grundwasser zu entfernen. Es zeigte sich jedoch, dass abiotische, katalytische Reaktionen nicht oder nur extrem schwer mit mikrobiellen Prozessen konkurrieren können. Insbesondere die Vergiftung der Katalysatoren mit sulfidischen Schwefelverbindungen verhinderte einen erfolgreicheren Einsatz. Herr Dr. Weiß konnte jedoch eine Pilotanlage vorstellen, deren neues, dreistufiges Verfahren - bestehend aus Hydrolysestufe, Strippanlage und Katalysereaktor - vielversprechende Perspektiven für die Behandlung komplex kontaminierter Grundwässer bietet.

In welchen Fällen die sogenannten „Reaktiven Wände“ erfolgreich eingesetzt werden können, zeigte Herr Dr. Birke von der Fachhochschule Nordostniedersachsen (FG Wasserwirtschaft und Umwelttechnik) in seinem Vortrag auf. Als Koordinator im Verbundprojekt RUBIN vermittelte er einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen dieser Technik. Anhand von zahlreichen Beispielen aus Deutschland und Österreich demonstrierte Herr Dr. Birke, welche Konstruktionsformen und welche Befüllungen sich unter den verschiedenen Bedingungen bewährt haben. Aktuelle Informationen zu den RUBIN-Projekten finden Sie im Internet unter www.rubin-online.de.

Doch nicht nur für die Reinigung von Grundwasser, sondern auch zur Behandlung des ungesättigten Bodens gibt es neue technische Entwicklungen. Über eine davon berichtete Herr Dr. Holzer aus der Sektion Sanierungsforschung des UFZ Leipzig/Halle in seinem Vortrag „Optimierung der Bodensanierung mit Hochfrequenzenergie“. Durch die Hochfrequenz-Bodenerwärmung werden in der Regel keine Schadstoffe zerstört. Andere Sanierungstechniken können jedoch wesentlich effektiver gestaltet werden. Auf diese Weise können zum Beispiel der mikrobielle Schadstoffabbau, die Thermodesorption oder Strippverfahren wirksam unterstützt werden.

Eine Kombination klassischer hydraulischer Verfahren mit biologischen Prozessen zur in-situ-Reinigung von kontaminierten Böden und Grundwässern stellte Herr Zittwitz von der BIOPRACT GmbH vor. Über mehrere Brunnen, die paarweise miteinander verbunden sind, wird das Bodenwasser mit wechselnden Fließrichtungen durch den Boden gepumpt, das zuvor durch einen Aktivkohlefilter geleitet wurde. Die dabei eingesetzte Aktivkohle ist in hoher Dichte mit Mikroorganismen besetzt, die zuvor aus dem zu reinigenden Boden isoliert und als besonders aktiv beim Abbau des spezifischen Schadstoffes identifiziert wurden. Zusätzlich wird der Boden belüftet und mit Nährstoffen versorgt. Durch dieses Verfahren ist es möglich, die biologischen Abbauprozesse im Boden deutlich zu beschleunigen und die Sanierungsdauer damit erheblich zu verkürzen. Gegenüber klassischen Pump-and-Treat-Verfahren ist der Anfall belasteter Aktivkohle signifikant geringer.

Zum Abschluss der Veranstaltung informierte Herr Najjar von der Sana Terra Industrie-Service GmbH (STI) über eine innovative, abfallarme Technik zur Öl-Wasser-Trennung. Das TORR-Verfahren nutzt die Eigenschaft eines ölbindenden Thermoset-Polymer-Materials, emulgiertes Öl zu größeren Tropfen zu koagulieren. Diese steigen im Gerät auf und werden über ein Leitungssystem zu einer Ölphase aufkonzentriert. Das Verfahren bietet bei geringem technischem Aufwand und hohen Volumenströmen eine relativ gute Trennleistung von Emulsionen mit einem Öltröpfchendurchmesser von ≥2 µm. Da der Adsorbent durch Zentrifugation regenerierbar ist, fallen zudem keine verfahrensbedingten Abfälle an.

Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen, die Veranstaltung am 29. September 2003 noch einmal anzubieten. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, wenden Sie sich bitte telefonisch unter (0331) 27 93 44 oder per E-Mail (vermeidung@sbb-mbh.de) an Herrn Dr. Jancke. Sie bekommen dann das entsprechende Anmeldeformular.

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